Was bedeutet Wachstum für ein IT-Unternehmen?
„Was geht noch dieses Jahr?“
Mit dieser bewusst offenen Frage startete das IT UnternehmerInnen Frankfurt Frühstück im August. Und wie so oft entwickelte sich daraus eine Diskussion, die von konkreten Technologien über Geschäftsmodelle bis zur strategischen Jahresplanung führte.
Ein Gedanke zog sich dabei durch viele Gespräche: Wachstum lässt sich nicht allein an einer Umsatzzahl festmachen.
Wenn aus Austausch konkrete Möglichkeiten entstehen
Den Einstieg lieferte ein sehr konkreter Anwendungsfall aus der Bildverarbeitung: Wie kann Software dabei helfen, unterschiedliche Steine und Mineralien zuverlässig zu identifizieren und für Kunden richtig zusammenzustellen?
Aus der Fragestellung entstand schnell ein Austausch über Bildverarbeitung, Embedded Systems und Embedded Vision – und darüber, welches Know-how bereits innerhalb des Netzwerks vorhanden ist.
Genau darin liegt ein wichtiger Wert des Unternehmerkreises: Nicht jede Frage braucht einen Vortrag oder eine fertige Antwort. Manchmal reicht es, die richtigen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen an einen Tisch zu bringen.
Muss Wachstum immer eine Zahl sein?
Von konkreten Technologien führte die Diskussion weiter zu Geschäftsmodellen und der Frage, wie Unternehmen ihre Ziele definieren.
Klassische Vorgaben wie „Wir müssen dieses Jahr X Euro Umsatz erreichen“ standen dabei überraschend wenig im Mittelpunkt. Stattdessen ging es um die Frage, ob andere Zielgrößen für die Unternehmensentwicklung nicht mindestens genauso relevant sind.
Ein Beispiel aus der Runde: Für einen Hosting-Anbieter ist nicht allein entscheidend, wie viele neue Kunden gewonnen werden. Strategisch interessanter kann die Frage sein, welche Kunden im Portfolio noch fehlen und welche Kundengruppen gezielt stärker aufgebaut werden sollen.
Damit verändert sich die Perspektive: Nicht einfach mehr Kunden und mehr Umsatz, sondern eine bewusste Entwicklung des Unternehmens.
Ziele müssen eine Richtung vorgeben
Auch unterschiedliche Ansätze der Unternehmensplanung kamen zur Sprache – von ambitionierten Wachstumszielen bis zur Arbeit mit OKRs.
Welche Methode die richtige ist, hängt stark vom jeweiligen Unternehmen ab. Entscheidend ist weniger das Instrument als die Frage, ob die gesetzten Ziele tatsächlich eine Richtung vorgeben.
Das kann bedeuten, bestimmte Kundengruppen gezielt auszubauen, Abhängigkeiten zu reduzieren, neue Leistungen oder Geschäftsmodelle zu entwickeln oder vorhandene Kompetenzen stärker zu nutzen.
Umsatz bleibt dabei selbstverständlich eine wichtige Kennzahl. Eine Zahl allein beantwortet aber noch nicht die Frage, wohin sich ein Unternehmen entwickeln soll.
Wer wachsen will, muss wissen, mit wem
Diese strategische Klarheit wirkt sich auch darauf aus, wie Unternehmen ihren Markt bearbeiten.
Wenn feststeht, welche Kundengruppen künftig stärker zum eigenen Portfolio gehören sollen, kann auch die Ansprache gezielter erfolgen. Statt Werbung nach dem Gießkannenprinzip geht es darum, relevante Unternehmen zu identifizieren und individuell anzusprechen.
Nicht möglichst viel Reichweite, sondern Relevanz bei den richtigen Unternehmen.
Neue Technologien brauchen einen konkreten Anwendungsfall
Und natürlich führte die Diskussion auch immer wieder zurück zu KI.
Neben verschiedenen KI-Modellen und ihren Einsatzmöglichkeiten zeigte gerade das Beispiel aus der Bildverarbeitung, worauf es ankommt: Neue Technologien sind nicht automatisch eine Strategie. Interessant werden sie dort, wo vorhandene Kompetenzen auf ein konkretes Problem treffen.
Aus KI, Embedded Systems oder Embedded Vision kann so ein tatsächlicher Business Case entstehen – oder sogar die Grundlage für ein neues Geschäftsfeld.
Fazit: Wachstum braucht eine Richtung
Unternehmensentwicklung bedeutet nicht automatisch, von allem mehr zu machen.
Manchmal bedeutet sie, andere Kunden zu gewinnen. Manchmal, bestehende Kompetenzen neu einzusetzen. Manchmal, Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln oder Ziele anders zu definieren.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Wie wollen wir wachsen?
Sondern zunächst: Wo wollen wir mit unserem Unternehmen eigentlich hin?